Nach meinem Solo CD-Projekt "Im Atem der Zeit", das aus Musik, beginnend von J.S. Bach bis Werner Preisegott Pirchner bestand, drängte sich immer mehr in mir  die Idee auf, einen 2. Teil dazu mit zeitgenössischer Musik beizusteuern. Aber welches Thema, welche Musik, welche Komponisten? Wirklich wieder alleine?

Aufgrund der Corona Krise, die die ganze Welt seit Dezember 2019 in allen Lebensbereichen zutiefst erschüttert, begleiten und dominieren uns täglich Fragen, wie "Wie geht Österreich, wie gehen die Nachbarn, wie geht die Welt damit um? Schaffen wir den Weg aus dieser Krise?" Beinahe jede Pressekonferenz der Regierung beginnt mit den Worten "Liebe Österreicherinnen und Österreicher!" Fühlen wir uns dabei angesprochen? Wer sind die ÖsterreicherInnen? Was macht Österreich aus? Welche Musik, welche Sprachen, welche Heimatgefühle verbindet man mit Österreich? Gibt es die österreichische Seele?

"Eine Brutstätte der Neurose und des Verdrängens" - wie Erwin Ringel einst meinte? Sind wir ein neutrales Land, aber nicht so neutral wie die Schweiz? Ein bisschen deutsch oder doch lieber nicht? Nicht zum Ostblock gehörig, aber doch stark mit ihm verbunden? Leben wir eine ‚Extrawurscht‘ oder müssen wir stets beweisen, wie gut wir sind? Was ist "DIE" österreichische Musik, die traditionelle Volksmusik? Welche Einflüsse durch den Vielvölkerstaat gibt es (wie z.B. die kärntnerisch-slowenischen Volkslieder, die jüdischen Wurzeln, das burgenländisch-ungarische Musiziergut, die Blasmusik)? Wie werden wir durch unsere verschiedenen Landschaften und Dialekte geprägt? Das gesellschaftliche Miteinander, das Spüren der Unterschiede ohne auszugrenzen, sowie das gemeinsame Wachsen und Leben und vor allem das  "AUFEINANDERHÖREN" wird eine unserer allergrösster Herausforderungen in Zukunft sein.

Für mein Vorhaben hab ich nun Komponisten, Jazzmusiker sowie klassische Musiker verschiedenster Genres eingeladen, ein Solostück für mich zu komponieren, in dem sie Ihren persönlichen Blick auf "Austria?!" hörbar und erfahrbar machen.  Es sind Musiker, die entweder in Österreich geboren wurden und hier leben oder aus ihrem Heimatland geflohen sind und hier Heimat fanden, oder auch österreichische Künstler, die ihre Heimat mit Blickwinkel aus dem Ausland erleben. Sie alle werden im Jahr 2020 ein Solowerk für mich schreiben, die auf einer CD im Herbst 2021 beim Label Gramola Vienna erscheinen werden. 

Warum wieder ein Soloprogramm mit Klarinette? Kaum ein anderes Instrument  kann so vielfarbig berühren, aufrütteln, beruhigen und weinen wie dieses Instrument. Und durch die Reduktion auf ein Instrument können Sprache, Gefühle und Intention der Komponisten kaum besser hörbar gemacht werden kann. 

Alle Werke werden Uraufführungen und damit Ersteinspielungen, folgende Künstler werden für mich komponieren:

Andreas Aigmüller, Florian Bramböck, Georg Breinschmid, Christof Dienz,  Johanna Doderer, Michael FP Huber, Helmut Jasbar, Hossam Mahmoud, Martin Rainer, Herman Rechberger, Kurt Schwertsik, Johann Teibenbacher, Simon Zöchbauer

Weitere Informationen folgen!